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93 Techniken, die Verhalten verändern.

Die Behavior Change Techniques (BCTs) sind die Werkzeuge hinter jeder guten Verhaltensänderung. Hier findest du alle 93 – verständlich erklärt und mit Beispielen aus Stress, Bewegung und Rückengesundheit.

93
Techniken
16
Gruppen
3
Lebensbereiche

Was sind BCTs?

Ob du mehr Pausen machen, regelmäßig trainieren oder deinen Rücken stärken willst: Zwischen Vorsatz und Alltag liegt oft eine Lücke. Behavior Change Techniques – auf Deutsch Techniken der Verhaltensänderung – sind die kleinsten Bausteine, mit denen sich diese Lücke schließen lässt. Jede Technik beschreibt einen Mechanismus: ein Ziel setzen, eine Erinnerung einbauen, Fortschritte sichtbar machen.

Ein internationales Team um die Psychologin Susan Michie hat 2013 insgesamt 93 solcher Techniken in 16 Gruppen geordnet. Diese BCT Taxonomy v1 nutzen Forschung und Praxis weltweit, um Gesundheitsprogramme einheitlich zu beschreiben.

Mehr zur Einordnung

Keine Technik wirkt allein. Erfolgreiche Programme kombinieren mehrere Techniken. In einer Auswertung von Bewegungs- und Ernährungsprogrammen schnitten Programme besonders gut ab, die Selbstbeobachtung mit weiteren Techniken der Selbststeuerung wie Zielsetzung und Rückmeldung verbunden haben.

Nicht jede Technik passt zu jedem Menschen. Die Taxonomie beschreibt, was es gibt – nicht, was du alles tun musst. Einige Techniken arbeiten mit Druck oder Strafe. Sie sind hier der Vollständigkeit halber erklärt und entsprechend gekennzeichnet; in unseren Kursen setzen wir auf Befähigung statt Druck.

Die Forschung geht weiter. 2024 wurde die Taxonomie zu einer Ontologie mit 281 Techniken weiterentwickelt. Wir nutzen hier die Version 1 mit 93 Techniken, weil sie kompakt ist und in Studien bis heute breit verwendet wird.

Die Beispiele zeigen, wie eine Technik im Alltag aussehen kann. Sie ersetzen keine persönliche Beratung – bei Beschwerden sprich mit einer Ärztin oder einem Therapeuten.

Keine Technik gefunden. Probier einen anderen Begriff – auch englische Bezeichnungen funktionieren.
1

Ziele und PlanungGoals and planning

Ziele festlegen, Pläne schmieden und regelmäßig nachjustieren – das Fundament fast jeder Verhaltensänderung.

9 Techniken
1.1Verhaltensziel setzenGoal setting (behavior)

Du legst fest, was du konkret tun willst – nicht, was dabei herauskommen soll.

Beispiel Stress: „Ich mache an jedem Arbeitstag nach dem Mittagessen fünf Minuten Atemübung am Schreibtisch.“

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1.2ProblemlösenProblem solving

Du findest heraus, was dir im Weg steht, und suchst gezielt nach Lösungen dafür.

Beispiel Stress: Du merkst, dass deine Pausen immer ausfallen, weil Kolleg:innen dich ansprechen. Lösung: Du gehst für die Pause bewusst aus dem Büro.

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1.3Ergebnisziel setzenGoal setting (outcome)

Du legst fest, welches Ergebnis du mit deinem Verhalten erreichen möchtest.

Beispiel Stress: „In acht Wochen möchte ich abends wieder innerhalb von 30 Minuten einschlafen können.“

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1.4HandlungsplanungAction planning

Du planst genau, wann, wo, wie oft und wie lange du dein Vorhaben umsetzt.

Beispiel Stress: „Wenn ich nach der Arbeit ins Auto steige, dann atme ich dreimal langsam aus, bevor ich losfahre.“

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1.5Verhaltensziele überprüfenReview behavior goal(s)

Du schaust regelmäßig, ob dein Verhaltensziel noch passt, und passt es bei Bedarf an.

Beispiel Stress: Nach zwei Wochen merkst du: Täglich 20 Minuten Entspannung klappen nicht. Du passt an auf zehn Minuten an fünf Tagen.

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1.6Abweichung zwischen Verhalten und Ziel aufzeigenDiscrepancy between current behavior and goal

Du machst sichtbar, wie weit dein aktuelles Verhalten von deinem Ziel entfernt ist.

Beispiel Stress: Du hattest dir vorgenommen, abends das Handy um 21 Uhr wegzulegen. Dein Bildschirmzeit-Bericht zeigt: im Schnitt bis 23 Uhr.

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1.7Ergebnisziele überprüfenReview outcome goal(s)

Du prüfst, ob dein angestrebtes Ergebnis noch realistisch und stimmig ist, und passt es an.

Beispiel Stress: Dein Ziel war, nachts durchzuschlafen. Du wachst noch auf, schläfst aber schneller wieder ein. Du formulierst das Ziel neu: „nach dem Aufwachen innerhalb von 15 Minuten wieder einschlafen“.

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1.8VerhaltensvertragBehavioral contract

Du hältst dein Vorhaben schriftlich fest und lässt es von einer anderen Person bezeugen.

Beispiel Stress: Du vereinbarst schriftlich mit deinem Partner: „Mittwochabend ist handyfreier Abend.“ Beide unterschreiben.

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1.9SelbstverpflichtungCommitment

Du bekräftigst ausdrücklich, dass du dein Verhalten ändern willst – laut, schriftlich oder vor anderen.

Beispiel Stress: In der ersten Kursstunde sagst du in der Runde: „Ich will lernen, auch mal Nein zu sagen.“

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2

Rückmeldung und BeobachtungFeedback and monitoring

Sichtbar machen, was du tust und was es bringt – durch dich selbst, durch andere oder durch Messgeräte.

7 Techniken
2.1Beobachtung durch andere (ohne Rückmeldung)Monitoring of behavior by others without feedback

Jemand beobachtet oder dokumentiert dein Verhalten – mit deinem Wissen, aber ohne es zu kommentieren.

Beispiel Stress: Deine Kollegin trägt in eine gemeinsame Liste ein, ob du deine Mittagspause wirklich außerhalb des Büros machst.

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2.2Rückmeldung zum VerhaltenFeedback on behaviour

Du bekommst eine Rückmeldung dazu, wie du etwas machst oder wie oft du es tust.

Beispiel Stress: Die Kursleitung sagt dir nach der Atemübung: „Deine Ausatmung war heute schon deutlich länger als die Einatmung.“

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2.3Selbstbeobachtung des VerhaltensSelf-monitoring of behaviour

Du beobachtest und notierst dein eigenes Verhalten – etwa in einem Tagebuch, einer App oder einer Strichliste.

Beispiel Stress: Du notierst eine Woche lang, wann du Pausen machst und wann du sie ausfallen lässt.

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2.4Selbstbeobachtung der ErgebnisseSelf-monitoring of outcome(s) of behaviour

Du notierst nicht, was du tust, sondern was dabei herauskommt – zum Beispiel Schlafqualität oder Beweglichkeit.

Beispiel Stress: Du bewertest jeden Abend dein Stresslevel auf einer Skala von 0 bis 10.

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2.5Beobachtung der Ergebnisse durch andere (ohne Rückmeldung)Monitoring of outcome(s) of behavior by others without feedback

Jemand misst oder dokumentiert die Ergebnisse deines Verhaltens – ohne sie zu kommentieren.

Beispiel Stress: Zu Beginn und am Ende des Kurses füllst du einen Fragebogen zum Stresserleben aus, der von der Kursleitung ausgewertet wird.

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2.6BiofeedbackBiofeedback

Ein Messgerät macht Körpersignale wie Puls oder Muskelspannung sichtbar, damit du lernst, sie zu beeinflussen.

Beispiel Stress: Mit einem Brustgurt und einer App übst du langsames Atmen und siehst, wie deine Herzfrequenz im Rhythmus der Atmung schwingt.

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2.7Rückmeldung zu den ErgebnissenFeedback on outcome(s) of behavior

Du bekommst eine Rückmeldung dazu, was dein Verhalten bewirkt hat.

Beispiel Stress: Die Kursleitung zeigt dir den Vergleich deines Stressfragebogens von Woche 1 und Woche 8.

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3

Soziale UnterstützungSocial support

Andere Menschen als Rückhalt nutzen: ermutigend, praktisch oder emotional.

3 Techniken
3.1Soziale Unterstützung (allgemein)Social support (unspecified)

Andere Menschen unterstützen dich bei deinem Vorhaben – durch Ermutigung, Begleitung oder einfach Dasein.

Beispiel Stress: Du erzählst einer guten Freundin von deinem Vorhaben, weniger Überstunden zu machen, und sie fragt regelmäßig nach, wie es läuft.

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3.2Praktische UnterstützungSocial support (practical)

Andere helfen dir ganz praktisch, damit du dein Vorhaben umsetzen kannst.

Beispiel Stress: Dein Partner übernimmt an zwei Abenden pro Woche das Abendessen, damit du eine halbe Stunde für dich hast.

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3.3Emotionale UnterstützungSocial support (emotional)

Andere geben dir Rückhalt, Verständnis und Zuspruch, wenn es schwierig wird.

Beispiel Stress: In der Kursgruppe merkst du, dass es anderen genauso geht – das entlastet und macht Mut.

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4

Wissen aufbauenShaping knowledge

Verstehen, wie etwas geht, was es auslöst und warum es passiert – und eigene Annahmen überprüfen.

4 Techniken
4.1Anleitung zur AusführungInstruction on how to perform the behavior

Du bekommst eine klare Anleitung, wie du ein Verhalten richtig ausführst.

Beispiel Stress: Die Kursleitung erklärt die Progressive Muskelentspannung: welche Muskelgruppe, wie lange anspannen, wie lange lösen.

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4.2Wissen über AuslöserInformation about antecedents

Du lernst, welche Situationen, Gefühle oder Gedanken ein bestimmtes Verhalten auslösen.

Beispiel Stress: Du stellst fest, dass du immer dann gereizt reagierst, wenn du vor dem Mittag nichts gegessen hast und mehrere Anfragen gleichzeitig reinkommen.

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4.3Neubewertung der Ursachen (Re-Attribution)Re-attribution

Du hinterfragst, worauf du dein Verhalten oder deine Beschwerden zurückführst, und prüfst andere Erklärungen.

Beispiel Stress: Statt „Ich bin nicht stressresistent“ lernst du: „Ich habe gerade sehr viele Anforderungen gleichzeitig und zu wenig Erholung.“

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4.4VerhaltensexperimenteBehavioral experiments

Du testest eine Annahme über dein Verhalten wie eine Forscherin – mit einem kleinen Experiment.

Beispiel Stress: Deine Annahme: „Wenn ich Nein sage, ist meine Kollegin sauer.“ Experiment: Du lehnst eine Zusatzaufgabe freundlich ab und beobachtest ihre Reaktion.

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5

Natürliche FolgenNatural consequences

Die Folgen eines Verhaltens kennen und spüren – für Körper, Gefühle, Umfeld und Umwelt.

6 Techniken
5.1Informationen über GesundheitsfolgenInformation about health consequences

Du erfährst, welche Auswirkungen ein Verhalten auf deine Gesundheit hat – positiv wie negativ.

Beispiel Stress: Du lernst, wie dauerhaft erhöhte Stresshormone Schlaf, Verdauung und Immunsystem beeinflussen können.

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5.2Folgen spürbar machenSalience of consequences

Die Folgen eines Verhaltens werden so dargestellt, dass sie dir wirklich ins Auge springen und im Gedächtnis bleiben.

Beispiel Stress: Die Kursleitung lässt dich eine Minute lang flach und schnell atmen – und dann lang ausatmen. Du spürst direkt, wie unterschiedlich sich der Körper anfühlt.

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5.3Informationen über soziale und ökologische FolgenInformation about social and environmental consequences

Du erfährst, wie dein Verhalten dein Umfeld, andere Menschen oder die Umwelt beeinflusst.

Beispiel Stress: Du wirst dir bewusst, dass deine Anspannung nach der Arbeit auch die Stimmung beim Abendessen mit der Familie prägt.

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5.4Gefühle nach dem Verhalten beobachtenMonitoring of emotional consequences

Du achtest bewusst darauf, wie du dich nach einem Verhalten fühlst, und hältst es fest.

Beispiel Stress: Nach der Entspannungsübung notierst du deine Anspannung vorher und nachher auf einer Skala von 0 bis 10.

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5.5Vorweggenommenes BedauernAnticipated regret

Du stellst dir vor, wie sehr du es später bereuen könntest, wenn du am alten Verhalten festhältst.

Beispiel Stress: Bevor du wieder bis 22 Uhr E-Mails beantwortest, fragst du dich: Wie werde ich mich morgen früh fühlen, wenn ich wieder schlecht geschlafen habe?

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5.6Informationen über emotionale FolgenInformation about emotional consequences

Du erfährst, wie ein Verhalten deine Stimmung, dein Wohlbefinden oder deine Gefühle beeinflusst.

Beispiel Stress: Du erfährst, dass regelmäßige Erholungsphasen die Reizbarkeit senken und die Konzentrationsfähigkeit verbessern können.

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6

Verhalten vergleichenComparison of behaviour

Von anderen lernen: zuschauen, vergleichen und erfahren, was andere für richtig halten.

3 Techniken
6.1Vormachen (Demonstration)Demonstration of the behavior

Jemand zeigt dir, wie ein Verhalten geht – live, im Video oder auf Bildern.

Beispiel Stress: Die Kursleitung macht die Atemübung einmal langsam vor, bevor die Gruppe mitmacht.

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6.2Sozialer VergleichSocial comparison

Du vergleichst dein Verhalten mit dem anderer Menschen, um dich einzuordnen.

Beispiel Stress: In der Kursgruppe tauscht ihr aus, wie viele Pausen jede:r pro Tag macht – du merkst, dass du mit null Pausen deutlich unter dem Schnitt liegst.

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6.3Informationen über die Zustimmung andererInformation about others' approval

Du erfährst, was andere Menschen von dem Verhalten halten – ob sie es gutheißen oder ablehnen.

Beispiel Stress: Deine Führungskraft sagt im Teammeeting ausdrücklich, dass sie es gut findet, wenn alle ihre Mittagspause einhalten.

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7

VerknüpfungenAssociations

Signale und Reize so gestalten, dass sie das gewünschte Verhalten anstoßen oder das unerwünschte ausbremsen.

8 Techniken
7.1Erinnerungshilfen und AuslöserPrompts/cues

Du setzt gezielt Signale in deinem Umfeld, die dich an dein Vorhaben erinnern.

Beispiel Stress: Ein Handy-Wecker um 15 Uhr mit dem Text „Durchatmen“ erinnert dich an eine Mini-Pause.

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7.2Signal für BelohnungCue signalling reward

Du erkennst ein Signal, das zuverlässig ankündigt: Wenn du jetzt das Verhalten zeigst, folgt etwas Angenehmes.

Beispiel Stress: Der Sonnenuntergang auf deinem Heimweg ist dein Signal: Wenn du jetzt aussteigst und die letzte Station läufst, siehst du ihn über der Donau.

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7.3Erinnerungshilfen schrittweise abbauenReduce prompts/cues

Du reduzierst nach und nach die Erinnerungen, bis das Verhalten ohne sie klappt.

Beispiel Stress: Nach vier Wochen täglicher Pausen-Erinnerung stellst du den Wecker nur noch montags und donnerstags.

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7.4Zugang zur Belohnung entziehenRemove access to the reward

Du sorgst dafür, dass ein unerwünschtes Verhalten gar nicht erst belohnt werden kann.

Beispiel Stress: Du meldest dich abends aus dem Arbeits-Chat ab, damit das kurze Glücksgefühl beim Abhaken von Nachrichten nach Feierabend wegfällt.

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7.5Unangenehmen Reiz entfernenRemove aversive stimulus

Du beseitigst etwas Unangenehmes, das dich vom gewünschten Verhalten abhält.

Beispiel Stress: Du schaltest die Benachrichtigungstöne auf dem Handy aus, die dich bei jeder Entspannungsübung aufschrecken.

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7.6SättigungSatiation

Durch wiederholten Kontakt mit einem Reiz lässt das Verlangen nach dem unerwünschten Verhalten nach.

Beispiel Stress: Du spürst den Drang, ständig die Nachrichten-App zu checken. Wenn du einen Nachmittag lang bewusst sehr oft hintereinander nachschaust, merkst du, wie wenig Neues kommt – der Reiz nutzt sich ab.

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7.7Konfrontation (Exposition)Exposure

Du stellst dich schrittweise und geplant einer Situation, die dir Angst macht, bis die Angst nachlässt.

Beispiel Stress: Du hast Angst, im Meeting deine Meinung zu sagen. Du startest mit einer kurzen Frage und steigerst dich über Wochen zu einem eigenen Beitrag.

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7.8Assoziatives LernenAssociative learning

Du verknüpfst einen neutralen Reiz immer wieder mit etwas, das bereits das gewünschte Verhalten auslöst.

Beispiel Stress: Du verbindest jede Entspannungsübung mit demselben Duft. Nach einigen Wochen kann schon der Duft allein ein Gefühl von Ruhe anstoßen.

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8

Wiederholung und ErsatzRepetition and substitution

Üben, wiederholen, ersetzen und steigern – bis aus einem Vorsatz eine Gewohnheit wird.

7 Techniken
8.1Üben und ProbenBehavioral practice/rehearsal

Du übst ein Verhalten bewusst in einer entspannten Situation, damit es im Ernstfall sitzt.

Beispiel Stress: Im Kurs übst du im Rollenspiel, eine Zusatzaufgabe freundlich, aber klar abzulehnen.

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8.2Verhalten ersetzenBehavior substitution

Du ersetzt ein unerwünschtes Verhalten durch ein gewünschtes oder neutrales.

Beispiel Stress: Statt zum Handy zu greifen, wenn du dich gestresst fühlst, stehst du auf und holst dir ein Glas Wasser.

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8.3Gewohnheiten aufbauenHabit formation

Du wiederholst ein Verhalten immer in derselben Situation, bis es automatisch abläuft.

Beispiel Stress: Du machst jeden Morgen nach dem Einschalten der Kaffeemaschine drei tiefe Atemzüge am Fenster.

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8.4Gewohnheiten umkehrenHabit reversal

Du ersetzt eine eingefahrene, unerwünschte Gewohnheit durch ein neues Verhalten, das du gezielt einübst.

Beispiel Stress: Wenn du merkst, dass du unter Druck die Zähne zusammenbeißt, lockerst du bewusst den Kiefer und atmest aus – jedes Mal.

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8.5ÜberkorrekturOvercorrection

Nach einem unerwünschten Verhalten wiederholst du das gewünschte Verhalten bewusst übertrieben oft.

Beispiel Stress: Wenn du deine Mittagspause ausgelassen hast, gönnst du dir am Nachmittag bewusst eine doppelt so lange Pause.

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8.6Verhalten übertragen (Generalisierung)Generalisation of target behavior

Du überträgst ein Verhalten, das in einer Situation schon klappt, auf eine neue Situation.

Beispiel Stress: Die Atemübung, die im Kurs gut klappt, probierst du jetzt auch vor schwierigen Telefonaten.

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8.7Gestufte AufgabenGraded tasks

Du beginnst mit einer leichten Aufgabe und steigerst dich Schritt für Schritt bis zum eigentlichen Ziel.

Beispiel Stress: Du startest mit einer Minute Entspannungsübung pro Tag und steigerst jede Woche um zwei Minuten.

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9

Ergebnisse vergleichenComparison of outcomes

Vor- und Nachteile abwägen, Zukunftsbilder vergleichen und glaubwürdigen Stimmen zuhören.

3 Techniken
9.1Glaubwürdige QuelleCredible source

Eine vertrauenswürdige Person oder Institution spricht sich für oder gegen ein Verhalten aus.

Beispiel Stress: Du liest eine Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zu Pausen und Erholung bei der Arbeit.

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9.2Vor- und Nachteile abwägenPros and cons

Du sammelst ehrlich, was für und was gegen eine Veränderung spricht, und vergleichst beides.

Beispiel Stress: Weniger Überstunden? Dafür: mehr Schlaf, mehr Zeit mit Freund:innen. Dagegen: Angst, als weniger engagiert zu gelten.

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9.3Zukunftsbilder vergleichenComparative imagining of future outcomes

Du stellst dir zwei Zukunftsbilder vor – mit und ohne Veränderung – und vergleichst sie.

Beispiel Stress: Bild A: Du arbeitest weiter wie bisher, schläfst schlecht und bist im Urlaub die ersten Tage krank. Bild B: Du hast feste Erholungszeiten und gehst ausgeruht in den Tag.

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10

Belohnung und DrohungReward and threat

Anreize und Belohnungen – angekündigt oder tatsächlich, von anderen oder von dir selbst.

11 Techniken
10.1Materieller Anreiz (Verhalten)Material incentive (behavior)

Dir wird vorher angekündigt, dass du für dein Verhalten etwas Materielles bekommst – Geld, Gutscheine oder Sachwerte.

Beispiel Stress: Dein Arbeitgeber kündigt an: Wer an allen Terminen eines Stressmanagement-Kurses teilnimmt, bekommt die Kursgebühr erstattet.

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10.2Materielle Belohnung (Verhalten)Material reward (behavior)

Du bekommst tatsächlich etwas Materielles, nachdem du dein Verhalten gezeigt hast.

Beispiel Stress: Nach dem Kursabschluss bekommst du einen Gutschein für einen Saunabesuch.

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10.3Unspezifische BelohnungNon-specific reward

Nach dem Verhalten gibt es eine Belohnung, ohne dass festgelegt ist, ob sie materiell oder sozial ist.

Beispiel Stress: Deine Achtsamkeits-App schaltet nach sieben Tagen am Stück ein neues Übungsmodul frei.

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10.4Soziale BelohnungSocial reward

Du bekommst Lob, Anerkennung oder ein Lächeln, nachdem du dein Verhalten gezeigt hast.

Beispiel Stress: Deine Kollegin sagt: „Toll, dass du heute wirklich Pause gemacht hast – du wirkst viel entspannter.“

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10.5Sozialer AnreizSocial incentive

Dir wird vorher angekündigt, dass du Anerkennung bekommst, wenn du dein Verhalten zeigst.

Beispiel Stress: Deine Partnerin sagt: „Wenn du diese Woche jeden Abend das Handy um 21 Uhr weglegst, gehen wir am Wochenende zusammen essen – und ich bin richtig stolz auf dich.“

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10.6Unspezifischer AnreizNon-specific incentive

Dir wird im Voraus eine Belohnung versprochen, ohne dass festgelegt ist, welcher Art sie ist.

Beispiel Stress: Die Kursleitung kündigt an: „Wer alle Tagesrückblicke ausgefüllt hat, bekommt in der letzten Stunde eine kleine Überraschung.“

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10.7Selbst gesetzter AnreizSelf-incentive

Du nimmst dir vor, dich selbst zu belohnen, wenn du dein Ziel erreicht oder dich angestrengt hast.

Beispiel Stress: „Wenn ich diese Woche jeden Tag meine Pause eingehalten habe, gehe ich Samstag in die Therme.“

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10.8Anreiz für das ErgebnisIncentive (outcome)

Dir wird eine Belohnung angekündigt, wenn du ein bestimmtes Ergebnis erreichst – nicht nur für das Verhalten selbst.

Beispiel Stress: Ein Betrieb kündigt an: Wenn sich die Werte in der nächsten Mitarbeiterbefragung zur Arbeitsbelastung verbessern, gibt es einen Teamausflug.

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10.9SelbstbelohnungSelf-reward

Du lobst oder belohnst dich selbst, nachdem du dein Verhalten gezeigt hast.

Beispiel Stress: Nach einem schwierigen Gespräch, in dem du dich abgegrenzt hast, sagst du dir bewusst: „Das war mutig.“

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10.10Belohnung für das ErgebnisReward (outcome)

Du bekommst tatsächlich eine Belohnung, weil du ein bestimmtes Ergebnis erreicht hast.

Beispiel Stress: Nachdem du vier Wochen lang im Schnitt vor 23 Uhr eingeschlafen bist, gönnst du dir ein neues Buch.

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10.11Angekündigte StrafeFuture punishment

Dir wird angekündigt, dass ein unerwünschtes Verhalten eine unangenehme Folge haben wird.

Beispiel Stress: Du vereinbarst mit dir: Wenn ich nach 20 Uhr noch Arbeits-E-Mails lese, fällt am Wochenende der Serienabend aus.

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11

RegulationRegulation

Gefühle, Kopf und Körper so steuern, dass Veränderung leichter fällt.

4 Techniken
11.1Medikamentöse UnterstützungPharmacological support

Medikamente werden eingesetzt, um eine Verhaltensänderung zu erleichtern – immer ärztlich begleitet.

Beispiel Stress: Wer von einer Ärztin wegen starker Beschwerden ein Medikament verordnet bekommt, nutzt es wie besprochen und arbeitet parallel an seinen Stressbewältigungsstrategien.

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11.2Negative Gefühle reduzierenReduce negative emotions

Du lernst Wege, Anspannung, Angst oder Ärger zu verringern, damit dir das gewünschte Verhalten leichter fällt.

Beispiel Stress: Du lernst die Progressive Muskelentspannung und setzt sie ein, wenn du merkst, dass sich Anspannung aufbaut.

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11.3Mentale Ressourcen schonenConserving mental resources

Du machst es deinem Kopf leicht: weniger Entscheidungen, weniger merken, weniger Aufwand.

Beispiel Stress: Du planst deine Woche am Sonntag in 15 Minuten, damit du unter der Woche nicht ständig neu entscheiden musst, was als Nächstes kommt.

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11.4Paradoxe AnweisungParadoxical instructions

Du wirst aufgefordert, das unerwünschte Verhalten bewusst zu tun – damit es seinen Reiz verliert.

Beispiel Stress: Wer nachts nicht einschlafen kann, soll sich vornehmen, bewusst wach zu bleiben. Der Druck, einschlafen zu müssen, fällt weg – und das Einschlafen fällt manchmal leichter.

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12

Umfeld und AuslöserAntecedents

Die räumliche und soziale Umgebung so gestalten, dass das Richtige zum Einfachen wird.

6 Techniken
12.1Räumliche Umgebung umgestaltenRestructuring the physical environment

Du veränderst deine Umgebung so, dass das gewünschte Verhalten leichter und das unerwünschte schwerer wird.

Beispiel Stress: Du lädst dein Handy nachts in der Küche statt neben dem Bett.

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12.2Soziales Umfeld umgestaltenRestructuring the social environment

Du veränderst, mit wem und wie du Zeit verbringst, damit dein Vorhaben leichter gelingt.

Beispiel Stress: Du triffst dich mittags nicht mehr mit der Kollegin, die jede Pause zum Jammern nutzt, sondern gehst mit einem Kollegen spazieren.

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12.3Auslöser meiden oder reduzierenAvoidance/reducing exposure to cues for the behavior

Du gehst den Situationen, Orten oder Reizen aus dem Weg, die dein unerwünschtes Verhalten auslösen.

Beispiel Stress: Du schaltest die E-Mail-Benachrichtigungen am Handy nach Feierabend aus.

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12.4AblenkungDistraction

Du lenkst deine Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes, wenn der Impuls für das alte Verhalten kommt.

Beispiel Stress: Wenn das Grübeln abends losgeht, hörst du einen Podcast oder löst ein Kreuzworträtsel.

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12.5Hilfsmittel in die Umgebung bringenAdding objects to the environment

Du stellst dir Dinge in die Umgebung, die das gewünschte Verhalten erleichtern.

Beispiel Stress: Du stellst dir einen kleinen Sanduhr-Timer auf den Schreibtisch, um bewusst kurze Atempausen einzulegen.

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12.6Körperliche VeränderungenBody changes

Du veränderst gezielt etwas an deinem Körper oder seiner Funktion – etwa durch Krafttraining oder Entspannungstraining –, damit das gewünschte Verhalten leichter wird.

Beispiel Stress: Du trainierst regelmäßig ein Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung, damit dein Körper in angespannten Momenten schneller zur Ruhe findet.

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13

IdentitätIdentity

Das Selbstbild nutzen: Werte, Vorbildrolle und ein neues Bild von dir selbst.

5 Techniken
13.1Sich als Vorbild sehenIdentification of self as role model

Du machst dir bewusst, dass dein Verhalten ein Beispiel für andere sein kann.

Beispiel Stress: Als Führungskraft machst du deine Mittagspause sichtbar – damit dein Team merkt, dass Pausen erwünscht sind.

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13.2Umdeuten (Framing/Reframing)Framing/reframing

Du betrachtest ein Verhalten bewusst aus einem neuen Blickwinkel, damit es sich anders anfühlt.

Beispiel Stress: Statt „Ich schaffe das nie“ sagst du dir: „Das ist eine Herausforderung, an der ich wachsen kann.“

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13.3Widersprüchliche Überzeugungen aufzeigenIncompatible beliefs

Du machst dir bewusst, wo dein Verhalten nicht zu dem Bild passt, das du von dir selbst hast.

Beispiel Stress: Du legst Wert darauf, ein geduldiger Mensch zu sein – und merkst, dass du im Stress deine Familie oft anfährst.

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13.4Werte und Stärken bekräftigenValued self-identity

Du schreibst über einen dir wichtigen Wert oder eine persönliche Stärke, um dein Selbstbild zu festigen.

Beispiel Stress: Im Kurs schreibst du auf, welche drei Werte dir am wichtigsten sind, und überlegst, wie deine Arbeitswoche besser zu ihnen passen könnte.

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13.5Neue Identität mit dem veränderten VerhaltenIdentity associated with changed behavior

Du beginnst, dich als jemand zu sehen, der das alte Verhalten hinter sich gelassen hat.

Beispiel Stress: „Früher habe ich jede Pause ausfallen lassen. Heute bin ich jemand, der Pausen als Teil guter Arbeit sieht.“

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14

Geplante FolgenScheduled consequences

Gezielt geplante Konsequenzen, die gewünschtes Verhalten fördern und unerwünschtes seltener machen.

10 Techniken
14.1VerhaltenskostenBehavior cost

Wenn du das unerwünschte Verhalten zeigst, verlierst du etwas, das dir wichtig ist.

Beispiel Stress: Für jede Arbeits-E-Mail, die du nach 21 Uhr beantwortest, wandern zwei Euro in eine Spardose, deren Inhalt du spendest.

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14.2BestrafungPunishment

Auf das unerwünschte Verhalten folgt eine unangenehme Konsequenz.

Beispiel Stress: Du vereinbarst: Wenn du wieder eine Pause auslässt, übernimmst du die ungeliebte Ablage im Büro.

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14.3Belohnung entziehenRemove reward

Eine Belohnung, die das unerwünschte Verhalten bisher aufrechterhalten hat, fällt weg.

Beispiel Stress: Du vereinbarst mit deinem Team, auf Nachrichten nach 19 Uhr erst am nächsten Morgen zu reagieren – so fällt die Belohnung „schnelle Antwort“ für späte Anfragen weg.

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14.4Annäherung belohnenReward approximation

Jeder Schritt in Richtung Ziel wird belohnt – mit der Zeit nur noch die Schritte, die näher am Ziel liegen.

Beispiel Stress: Du belohnst dich anfangs schon für eine einminütige Pause, später nur noch für fünf Minuten, dann nur noch für eine echte Pause ohne Handy.

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14.5Abschluss belohnen (Rückwärtsverkettung)Rewarding completion

Du lernst eine Handlungskette von hinten nach vorn: Zuerst wird der letzte Schritt belohnt, dann kommen frühere Schritte dazu.

Beispiel Stress: Du lernst eine Entspannungsroutine rückwärts: Zuerst übst du nur das angenehme Nachspüren am Ende, dann kommt die Atemübung davor, schließlich das Einrichten des Übungsplatzes.

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14.6Situationsabhängige BelohnungSituation-specific reward

Das Verhalten wird nur in bestimmten Situationen belohnt – so lernst du, wann es passt und wann nicht.

Beispiel Stress: Du belohnst dich, wenn du im Feierabend nicht erreichbar bist – aber nicht, wenn du während eines wichtigen Projekts im Büro das Telefon ignorierst.

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14.7Unvereinbares Verhalten belohnenReward incompatible behavior

Belohnt wird ein Verhalten, das sich mit dem alten nicht gleichzeitig ausführen lässt.

Beispiel Stress: Du belohnst dich jedes Mal, wenn du in einem hitzigen Gespräch bewusst langsam sprichst – hektisches Durcheinanderreden ist so kaum möglich.

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14.8Alternatives Verhalten belohnenReward alternative behavior

Belohnt wird ein anderes, erwünschtes Verhalten, das an die Stelle des unerwünschten tritt.

Beispiel Stress: Jedes Mal, wenn du im Stress eine kurze Pause machst statt zum Süßigkeitenglas zu greifen, trägst du dir einen Punkt ein.

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14.9Belohnungen seltener machenReduce reward frequency

Belohnungen gibt es nach und nach nur noch für mehr, länger oder häufiger gezeigtes Verhalten.

Beispiel Stress: Anfangs belohnst du dich nach jeder eingehaltenen Pause, später nur noch nach einer ganzen Woche mit Pausen.

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14.10Unangenehmes entfernenRemove punishment

Wenn du das gewünschte Verhalten zeigst, fällt etwas Unangenehmes weg.

Beispiel Stress: Wenn du deine To-do-Liste am Vortag strukturiert hast, fällt am nächsten Morgen die unangenehme Hektik vor dem ersten Termin weg.

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15

SelbstvertrauenSelf-belief

Das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken – die Basis der Selbstwirksamkeit.

4 Techniken
15.1Zuspruch zur eigenen FähigkeitVerbal persuasion about capability

Jemand sagt dir überzeugend, dass du es schaffen kannst, und hilft dir, Selbstzweifel zu entkräften.

Beispiel Stress: Die Kursleitung sagt dir: „Du hast in den letzten Wochen schon so viel umgesetzt – das Nein-Sagen wirst du auch hinbekommen.“

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15.2Erfolgreiches Handeln mental durchspielenMental rehearsal of successful performance

Du stellst dir im Kopf genau vor, wie du das Verhalten erfolgreich ausführst.

Beispiel Stress: Vor einem schwierigen Gespräch stellst du dir vor, wie du ruhig atmest, deinen Standpunkt klar formulierst und das Gespräch gut endet.

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15.3An frühere Erfolge denkenFocus on past success

Du erinnerst dich bewusst an Situationen, in denen du das Verhalten schon geschafft hast.

Beispiel Stress: Du erinnerst dich daran, wie du im letzten Urlaub eine Woche lang keine Arbeitsmails gelesen hast – und wie gut das getan hat.

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15.4SelbstgesprächeSelf-talk

Du sprichst dir vor und während des Verhaltens selbst Mut zu – laut oder in Gedanken.

Beispiel Stress: In einer hektischen Situation sagst du dir innerlich: „Eins nach dem anderen. Ich muss nicht alles gleichzeitig lösen.“

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16

Lernen in der VorstellungCovert learning

Lernen im Kopf: Folgen vorstellen und aus den Erfahrungen anderer lernen.

3 Techniken
16.1Vorgestellte StrafeImaginary punishment

Du stellst dir das unerwünschte Verhalten vor – und direkt danach eine unangenehme Folge.

Beispiel Stress: Du stellst dir vor, wie du wieder bis Mitternacht E-Mails liest – und wie du dich am nächsten Morgen gerädert durch den Tag schleppst.

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16.2Vorgestellte BelohnungImaginary reward

Du stellst dir das gewünschte Verhalten vor – und direkt danach eine angenehme Folge.

Beispiel Stress: Du stellst dir vor, wie du nach der Arbeit das Handy weglegst – und den Abend entspannt mit einem Buch auf dem Balkon genießt.

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16.3Stellvertretende KonsequenzenVicarious consequences

Du beobachtest, welche Folgen ein Verhalten für andere hat – und lernst daraus für dich selbst.

Beispiel Stress: Du erlebst mit, wie eine Kollegin sich abgrenzt, ihre Überstunden reduziert – und trotzdem geschätzt wird.

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Verhaltensänderung, die im Alltag ankommt

In den Kursen von HEALTH CAMPUS setzen wir viele dieser Techniken gezielt ein – in der Gruppe, Schritt für Schritt und mit Blick auf deinen Alltag. Zu Stress, Bewegung und Rückengesundheit.

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Quellen

  1. Michie, S., Richardson, M., Johnston, M., Abraham, C., Francis, J., Hardeman, W., Eccles, M. P., Cane, J., & Wood, C. E. (2013). The behavior change technique taxonomy (v1) of 93 hierarchically clustered techniques: Building an international consensus for the reporting of behavior change interventions. Annals of Behavioral Medicine, 46(1), 81–95.
  2. Marques, M. M., Wright, A. J., Corker, E., et al. (2024). The Behaviour Change Technique Ontology: Transforming the Behaviour Change Technique Taxonomy v1. Wellcome Open Research, 8, 308.
  3. Michie, S., Abraham, C., Whittington, C., McAteer, J., & Gupta, S. (2009). Effective techniques in healthy eating and physical activity interventions: A meta-regression. Health Psychology, 28(6), 690–701.