Worum geht's?
Paradoxe Anweisungen stammen aus der Psychotherapie. Statt gegen ein Verhalten anzukämpfen, wird es bewusst und gezielt ausgeführt. Das kann den Druck nehmen und dem Verhalten die Macht entziehen.
Die Idee dahinter
Was man krampfhaft unterdrücken will, drängt sich oft umso mehr auf. Wer es bewusst zulässt, merkt manchmal, dass der Drang nachlässt.
So sieht das im Alltag aus
Stress
Wer nachts nicht einschlafen kann, soll sich vornehmen, bewusst wach zu bleiben. Der Druck, einschlafen zu müssen, fällt weg – und das Einschlafen fällt manchmal leichter.
Bewegung
Statt dich zum Training zu zwingen, nimmst du dir vor, heute nur die Sportsachen anzuziehen und dann wieder aufs Sofa zu gehen. Oft gehst du dann doch los.
Rücken
Wer ständig an seine Haltung denkt, darf bewusst eine Minute lang ganz krumm sitzen – und merkt, dass „falsches Sitzen“ keine Gefahr ist.
Paradoxe Anweisungen wirken am besten spielerisch und mit Humor. Bei ernsthaften Schlafproblemen gehört die Methode in fachkundige Hände.
Diese Technik ist anspruchsvoll und wird vor allem in der Therapie eingesetzt.
“Advise to engage in some form of the unwanted behavior with the aim of reducing motivation to engage in that behaviour”
BCT Taxonomy v1, Michie et al. (2013)
Passt gut zusammen mit
Weitere Techniken aus „Regulation“
- 11.1Medikamentöse Unterstützung
- 11.2Negative Gefühle reduzieren
- 11.3Mentale Ressourcen schonen
- 11.4Paradoxe Anweisung (diese Seite)
Verhaltensänderung, die im Alltag ankommt
In den Kursen von HEALTH CAMPUS setzen wir viele dieser Techniken gezielt ein – in der Gruppe, Schritt für Schritt und mit Blick auf deinen Alltag. Zu Stress, Bewegung und Rückengesundheit.
Kurse ansehen →Quellen
- Michie, S., Richardson, M., Johnston, M., Abraham, C., Francis, J., Hardeman, W., Eccles, M. P., Cane, J., & Wood, C. E. (2013). The behavior change technique taxonomy (v1) of 93 hierarchically clustered techniques: Building an international consensus for the reporting of behavior change interventions. Annals of Behavioral Medicine, 46(1), 81–95.