Worum geht's?
Die Überkorrektur stammt aus der Verhaltenstherapie: Nach einem Rückfall ins alte Verhalten wird das gewünschte Verhalten ausgeprägt nachgeholt. Das soll die richtige Ausführung besonders tief verankern.
Die Idee dahinter
Die übertriebene Wiederholung verstärkt die Verknüpfung mit dem neuen Verhalten. Gleichzeitig wird das alte Verhalten „aufwendiger“, weil es eine Extra-Runde nach sich zieht.
So sieht das im Alltag aus
Stress
Wenn du deine Mittagspause ausgelassen hast, gönnst du dir am Nachmittag bewusst eine doppelt so lange Pause.
Bewegung
Wenn du den Aufzug genommen hast, gehst du auf dem Rückweg die Treppe zweimal hoch.
Rücken
Wenn du beim Heben wieder krumm aus dem Rücken gehoben hast, stellst du die Kiste ab und hebst sie noch zweimal bewusst korrekt.
Nutze diese Technik spielerisch und freundlich, nicht als Strafe. Sie eignet sich vor allem für Bewegungsabläufe, die du neu lernst.
In der Gesundheitsförderung wird diese Technik selten eingesetzt. Wenn sie sich nach Strafe anfühlt, lass sie weg.
“Ask to repeat the wanted behavior in an exaggerated way following an unwanted behaviour”
BCT Taxonomy v1, Michie et al. (2013)
Passt gut zusammen mit
Weitere Techniken aus „Wiederholung und Ersatz“
- 8.1Üben und Proben
- 8.2Verhalten ersetzen
- 8.3Gewohnheiten aufbauen
- 8.4Gewohnheiten umkehren
- 8.5Überkorrektur (diese Seite)
- 8.6Verhalten übertragen (Generalisierung)
- 8.7Gestufte Aufgaben
Verhaltensänderung, die im Alltag ankommt
In den Kursen von HEALTH CAMPUS setzen wir viele dieser Techniken gezielt ein – in der Gruppe, Schritt für Schritt und mit Blick auf deinen Alltag. Zu Stress, Bewegung und Rückengesundheit.
Kurse ansehen →Quellen
- Michie, S., Richardson, M., Johnston, M., Abraham, C., Francis, J., Hardeman, W., Eccles, M. P., Cane, J., & Wood, C. E. (2013). The behavior change technique taxonomy (v1) of 93 hierarchically clustered techniques: Building an international consensus for the reporting of behavior change interventions. Annals of Behavioral Medicine, 46(1), 81–95.