Progressive Muskelrelaxation (PMR) wurde in den 1920er Jahren vom Arzt Edmund Jacobson entwickelt und ist bis heute eine der bestuntersuchten und wirksamsten Entspannungsmethoden der Welt. Das Prinzip ist elegant simpel: bewusstes Anspannen und Loslassen.
Das Prinzip: Kontrast erleben
PMR basiert auf einem entscheidenden physiologischen Prinzip: Auf eine bewusste Muskelanspannung folgt automatisch eine tiefere Entspannung als zuvor. Das Gehirn lernt durch den Kontrast, was echte Entspannung bedeutet – und kann diesen Zustand mit der Zeit schneller und zuverlässiger abrufen.
Bei der Langform (ca. 30 Minuten) werden 16 Muskelgruppen systematisch angespannt und entspannt. Die Kurzform (ca. 10 Minuten, 7 Gruppen) ist für den Alltag geeignet und wirkt bereits nachweislich.
Was PMR im Körper bewirkt
PMR aktiviert nachweislich das parasympathische Nervensystem: Herzrate und Blutdruck sinken, Atemfrequenz verlangsamt sich, Muskeltonus nimmt ab, Kortisol sinkt. Langfristig verbessert regelmäßige Praxis die Schlafqualität, reduziert Angst und depressive Verstimmungen und erhöht die allgemeine Stresstoleranz.
PMR Kurzform: 7 Muskelgruppen (je 7 Sek. anspannen, 30 Sek. loslassen)
- Hände und Unterarme (Fäuste ballen)
- Oberarme (Ellbogen beugen, Bizeps anspannen)
- Gesicht (Stirn runzeln, Augen zusammenkneifen)
- Schultern (zu den Ohren ziehen)
- Bauch (anspannen wie vor einem Schlag)
- Oberschenkel (gegen den Boden drücken)
- Waden und Füße (Zehen nach oben ziehen)
PMR wirkt nicht sofort. Wie jede Fertigkeit braucht sie Übung – und entfaltet ihre volle Wirkung nach 3–4 Wochen regelmäßiger Praxis. Täglich 10 Minuten sind besser als einmal pro Woche 60 Minuten.
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- Jacobson, E. (1938). Progressive relaxation. University of Chicago Press.
- Manzoni, G. M., Pagnini, F., Castelnuovo, G., & Molinari, E. (2008). Relaxation training for anxiety. BMC Psychiatry, 8(1), 41.
- Kaluza, G. (2023). Stressbewältigung (5. Aufl.). Springer.