Es gibt ein altes Gebet, das in der Stressforschung oft zitiert wird: „Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann – und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Die letzte Zeile ist die schwerste.

Die zwei Fehler im Umgang mit Stressoren

Menschen machen unter Stress typischerweise einen von zwei Fehlern. Der erste: Erdulden, was veränderbar wäre – aus Angst vor Konflikten, aus Erschöpfung, aus dem Glauben, nichts ausrichten zu können. Der zweite: Kämpfen gegen Unveränderliches – Energie in Widerstände gegen das Unausweichliche stecken, anstatt loszulassen.

Veränderbar – handle!

  • Eigene Prioritäten und Gewohnheiten
  • Kommunikation in Beziehungen
  • Delegieren und Grenzen setzen
  • Arbeitsorganisation und Zeitplanung

Nicht veränderbar – akzeptiere!

  • Andere Menschen und ihr Verhalten
  • Vergangene Ereignisse
  • Strukturelle Rahmenbedingungen
  • Krankheit, Verlust, Ungewissheit

Akzeptanz ist kein Aufgeben

Akzeptanz wird oft missverstanden als Resignation oder Gleichgültigkeit. Das stimmt nicht. Radikale Akzeptanz (aus der dialektisch-behavioralen Therapie nach Linehan) bedeutet: Eine Situation als real anerkennen – ohne sie gutzuheißen oder im Widerstand gegen sie zu verharren. Das spart enorme Energie, die dann für echte Veränderung genutzt werden kann.

Die Energie, die du im Kampf gegen Unveränderliches verpuffst, fehlt dir für die Veränderung dessen, was wirklich möglich ist.

Reflexionsfrage

Nimm deinen größten aktuellen Stressor. Stelle dir ehrlich die Frage: Was daran liegt wirklich in meiner Hand? Oft ist es mehr als wir glauben – und manchmal weniger.

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Quellen

  1. Linehan, M. M. (1993). Cognitive-behavioral treatment of borderline personality disorder. Guilford Press.
  2. Hayes, S. C., Strosahl, K. D., & Wilson, K. G. (2012). Acceptance and commitment therapy (2nd ed.). Guilford Press.
  3. Kaluza, G. (2023). Stressbewältigung (5. Aufl.). Springer.