Der Vagusnerv zieht vom Hirnstamm bis in den Bauch, berührt Herz, Lunge, Leber und Darm. Er ist die Hauptleitung des Parasympathikus – und du kannst ihn bewusst stimulieren.

Was der Vagusnerv macht

Der Nervus vagus (lateinisch: „der Wandernde") ist der längste Hirnnerv des Körpers. Er überträgt Signale in beide Richtungen: 80 % der Informationen fließen vom Körper zum Gehirn – nicht umgekehrt. Das bedeutet: dein Körpergefühl, deine Herzrate, dein Verdauungszustand – all das beeinflusst, wie du dich fühlst und wie viel Stress du erlebst.

Ein gut trainierter Vagusnerv ist ein Zeichen hoher Herzratenvariabilität (HRV) – des Goldstandards für physiologische Stressresilienz. Menschen mit hoher HRV erholen sich schneller von Stressreaktionen und haben weniger chronische Entzündungen.

80 %
der Vagus-Fasern sind afferent – sie leiten Signale vom Körper zum Gehirn. Wer den Körper beruhigt, beruhigt auch das Gehirn. Porges, 2011

Vagus-Stimulation im Alltag

Das Besondere: Du kannst den Vagustonus gezielt trainieren – ohne Medikamente, ohne Geräte. Mehrere Methoden sind gut belegt:

Evidenzbasierte Vagus-Stimulation

Der Vagusnerv und psychische Gesundheit

Niedriger Vagustonus ist mit Depressionen, Angststörungen und Burnout assoziiert. Forscher untersuchen die Vagusstimulation inzwischen als Therapie für therapieresistente Depressionen. Für die Prävention gilt: Regelmäßige Vagus-Aktivierung ist eine der wirksamsten Investitionen in die eigene mentale Gesundheit.

Health Campus

PMR, Atemübungen, soziale Verbindung – alles, was wir im Stressmanagement-Kurs üben, stimuliert den Vagusnerv. Entspannung ist keine Frage des Willens – sie ist eine Frage der richtigen Inputs für dein Nervensystem.

Stressmanagement – Gelassen im Alltag

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Quellen

  1. Porges, S. W. (2011). The polyvagal theory. Norton.
  2. Thayer, J. F., & Lane, R. D. (2009). Claude of complexity: Measuring heart rate variability. Biological Psychology, 81(2), 98–105.
  3. Tracey, K. J. (2002). The inflammatory reflex. Nature, 420, 853–859.